Case study

Lesen Sie jetzt, wie Wirecard mit der Lösung Bijlipay kleinen Händlern in Indien die sichere Annahme von bargeldlosen Zahlungen am POS ermöglicht.

Posted on 05.11.2015 at 09:17

Bijlipay macht Kartenakzeptanz per Smartphone möglich – ein Zukunftsmarkt

Hintergrund

Mobiles Bezahlen mit dem Smartphone spielt in Indien schon heute eine große Rolle. Denn: In dem Land leben viele Bewohner, die nicht ans Bankensystem angeschlossen sind. Sie wohnen meist in ländlichen Gebieten, in denen es kein Filialnetz gibt. Dem traditionellen Bankensektor fällt es somit oft schwer, den Bedingungen vor Ort gerecht zu werden. Gleichzeitig ist Indien der zweitgrößte Kommunikationsmarkt weltweit, denn Mobiltelefone sind auch in den abgelegenen Dörfern üblich.

Seit September 2014 ermöglicht die Wirecard Gruppe vor Ort nun die Zahlungsakzeptanz per Smartphone am sogenannten mobile Point of Sale (mPOS). Die Lösung ist in Indien unter dem Namen „Bijlipay“ bekannt und in Zusammenarbeit mit Skilworth Technologies Private Limited entstanden. Beim mobilen Bezahlen am mPOS kann ein Smartphone oder Tablet zur Kasse umfunktioniert werden, wenn Kunden mit einer Kredit- oder Debitkarte über einen Card-Reader bezahlen möchten.

So funktioniert das mPOS-System von Wirecard: Der Händler gibt die zu zahlende Summe auf dem Smartphone oder Tablet in der Bijlipay Wallet-App ein, der Kunde zahlt per Kredit- oder Debit-Karte über den Card-Reader. Dafür authentifiziert er sich mit PIN oder Unterschrift und bekommt am Ende eine Rechnung per Mail zugesandt – wenn er das möchte. Die Daten werden verschlüsselt übertragen. Der Händler sieht alle Transaktionen in einer Übersicht auf dem Smartphone oder Tablet, das damit quasi zur Kasse umfunktioniert wurde.

Herausforderung

„Die größte Herausforderung war für uns, die komplette Payment-Infrastruktur an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen“, sagt Jörn Leogrande. „Es war wichtig, dass wir einen lokalen Partner vor Ort gefunden haben, der auch die Koordination mit der ansässigen Bank übernommen hat und operativ federführend war. Wir möchten die Märkte verstehen, in denen wir uns bewegen.“ Wirecards Partner, Skilworth Technologies Private Limited, kooperierte schon damals mit der Indian Overseas Bank (IOB) als inländische Acquiring-Bank für Kartentransaktionen. Wirecard unterstützt Bijlipay zudem mit seiner kompletten White-Label End-to-End Plattform.

Dass das Marktpotenzial enorm ist, hatte das Team rund um Bijlipay längst erkannt – Transaktionen per Kredit- und Debitkarte steigen vor Ort seit Jahren an, die Anzahl an mobilen Geräten ebenso. Gewöhnliche Kartenzahlungen kamen für viele Händler bislang nicht in Frage, weil sie nicht nur hohe monatliche Fixkosten mit sich bringen, sondern auch Kosten für den Festnetzanschluss und die tägliche Nutzung beinhalten. Um die ersten Hürden zu überwinden, musste das Team somit zunächst vielen Händler erklären, dass die mPOS-Lösung von Bijlipay dank der PCI-Zertifizierung sicher ist. Zudem ist der Bezahlterminal an ein Wlan-Gerät gekoppelt, weshalb das Gerät einfach zu bedienen und kostengünstig ist – schließlich gibt es keine versteckten Kosten und variable Gebühren fallen erst bei einzelnen Transaktionen an.

Ergebnis

Mit der Lösung von Bijlipay haben die Kooperationspartner eine Möglichkeit geschaffen, den Markt mit einem Produkt, das alle Leistungen umfasst schnell und sinnvoll zu bedienen. Bijlipay ist in Indien heute eine der ersten mPOS-Anbieter auf Chip & Pin-Basis. Kleine und mittlere Händler aus der indischen Handels-, Transport, Gastronomie- und Logistik-Branche sowie viele weiteren Bereichen können damit sicher und einfach Kartenzahlungen über ihr Smartphone akzeptieren – in Indien eine sehr fortschrittliche Entwicklung.

Das neue White-Label-Payment-Programm von Wirecard im Design von Bijlipay kommt in Indien sehr gut an. Das zeigt etwa der Taxibetrieb von Mahaligam Azhaghumuthu in Chennai, im Südosten von Indien: Weil seine Fahrten wegen des hohen Verkehrsaufkommens oft unvorhersehbar lang und teuer werden können, verfügt er nun mit Bijlipay über eine sichere und günstige Kartenakzeptanz-Lösung und kann somit vermeiden, dass seinen Passagiere unvorhergesehen das Bargeld ausgeht. Auch die inhabergeführte Apotheke aus der Umgebung namens Sippy Medicals profitiert von Bijlipays mPOS-System: Da im Geschäft bislang nur Barzahlungen akzeptiert wurden, mussten Kunden, die nicht genug Bares im Portemonnaie hatten, teils ohne ihren Einkauf die Apotheke verlassen. Der neue mPOS-Terminal von Bijlipay kann flexibel eingesetzt werden – seitdem bietet Sippy Medical zudem einen Medikamenten-Lieferservice an, schließlich können Kartenzahlungen nun auch an der Haustür angenommen werden. Auch der lokale Supermarkt Saravana Store verzeichnet seit dem Einsatz der mPOS-Lösung höhere Einnahmen. Die proaktive Umstellung auf eine neue und bequeme Art der Bezahlung hat ihm geholfen, neue Kunden zu gewinnen und sie zu halten.

Seitdem Sarvana Store Kartenzahlungen über Bijlipays mobile POS annehmen kann, sind die Getränke-Erlöse um 19 Prozent gestiegen.

Ein Sprecher bei Bijlipay sagt: „ Herkömmliche Kartenterminals sind für den indischen Markt oft ungeeignet. Mit Bijlipay bieten wir Händlern eine kostengünstige Alternative für die sichere Annahme von bargeldlosen Zahlungen am Point of Sale.“ Von den Vorteilen der Mobile Payment-Entwicklung sollen künftig immer mehr Inder profitieren. Laut der News-Plattform Let‘s Talk Payments trägt mobiles Bezahlen in Indien schon heute dazu bei, das Wirtschaftswachstum voranzubringen – denn damit umgehen Bürger die oft schwierige Beschaffung von Bargeld. Der wachsende Teil an bargeldlosen Transaktionen führt zu einer hervorragenden Ausgangsposition für mPOS in Indien. Aktuell wird über Bijlipay die Kartenakzeptanz per Visa und MasterCard sowie Maestro angeboten – langfristig geplant ist die Ausweitung auf American Express, RuPay und UnionPay.